Ist eSport wirklich Sport?

Ist eSport wirklich Sport?

Ist eSport wirklich Sport?

Nach dem Namen ist eSport eindeutig Sport. Doch stimmt das wirklich? Was sagen die Fachverbände und die Politik dazu? Der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) hat bisher eine Anerkennung abgelehnt.

Welche Sportarten mit dem eSport vergleichbar sind

Wenn es um Sport geht, denken viele Menschen vor allem an eines: Bewegung und Schwitzen. Zum Fußball, Handball, Sprinten oder Schwimmen gehört Laufen und große körperliche Anstrengung einfach dazu. Beim elektronischen Sport fällt dies häufig weg oder zumindest weit geringer aus.

Dennoch gibt es durchaus auch Sportarten, die andere Dinge voraussetzen. Dazu gehören beispielsweise Schach- oder Schießsport. Hier kommt es auf eine gute Konzentrationsfähigkeit, Präzision, Denkvermögen, Hand-Augen-Koordination und anderes an. Damit haben sie zumindest teilweise etwas mit dem elektronischen Sport gemein.

Worauf es beim eSport ankommt

Beim eSport werden sowohl geistige wie körperliche Fähigkeiten benötigt. Zu letzteren zählen vor allem die bereits erwähnte

  • Hand-Augen-Koordination,
  • eine schnelle Reaktion und
  • ein gutes Durchhaltevermögen.

Wer diese Sportart betreiben möchte, muss teilweise über einige Stunden täglich diese Eigenschaften aufrechterhalten können.

Die geistigen Fähigkeiten sind ebenfalls alles andere als zu unterschätzen. Zwar kommt es auf das genaue Spiel an, häufig wird aber eine gute Übersicht, ein gutes Orientierungsvermögen und eine klare Taktik benötigt. Außerdem sollte der Sportler vorausschauend handeln und die Züge seines Gegenspielers erkennen können.

Wo eSportler noch lernen können

Wo ist eSport als Sportart anerkannt?

Aktuell gibt es einige Länder, in denen eSport von den nationalen Sportverbänden anerkannt ist. Dazu zählen beispielsweise die USA, Brasilien, Südkorea, China und Frankreich. Bei den Asienspielen 2022 wird es erstmals als offizieller Wettbewerb ausgetragen. Das Internationale Olympische Komitee lehnt eine Anerkennung hingegen ab. Mit der Mitgliedschaft in der Welt Antidoping Agentur WADA und einer Kooperation mit dem Weltleichtathletikverband International Association of Athletics Federations gab es aber zumindest Teilerfolge auf internationaler Bühne.

In Deutschland hat der Deutsche Olympische Sportbund den elektronischen Sport noch nicht anerkannt. Nach dem die schwarz-rote Bundesregierung im neuen Koalitionsvertrag allerdings festgelegt hat, eine Anerkennung anzustreben, hat der DOSB angekündigt, in einer Arbeitsgruppe bis zum Herbst 2018 das Thema ergebnisoffen zu diskutieren. Der Kritikpunkt, dass es keine gemeinnützigen Strukturen gibt, dürfte mit der Gründung des eSport-Bund Deutschland e.V. deutlich abgeschwächt wurden sein.

Wissenschaftliche Erkenntnisse zum elektronischen Sport

Die Vorbehalte des DOSB ergeben sich, zumindest der offiziellen Lesart nach, aus den eigenen Statuten. Denn dort heißt es zur Definition von Sport unter anderem, dass eine “motorische Aktivität” vorliegen muss. Doch die meisten eSportler sitzen und die Bewegungen fallen eher gering aus. Offensichtlich erkennbar ist dies also wirklich nicht.

Wissenschaftlichen Erkenntnissen nach ist eSport aber dennoch körperlich anstrengend. In jeder Minute klicken die Spieler bis zu 400-mal auf die Maus. Die Herzfrequenz steigt in Regionen, die sonst nur bei einem Marathonlauf erreicht werden und deutlich über dem Niveau bei Schachspielern liegt. Dazu kommen die bereits erwähnten Faktoren, die für einen erfolgreichen Sportler zur Grundlage gehören. Viele Wissenschaftler sind sich daher sicher, dass eSport anerkannt werden kann oder sogar muss. Einer der prominentesten Unterstützer ist Prof. Dr. Ingo Froböse von der Deutschen Sporthochschule Köln, der diese und zahlreiche andere Untersuchungen veröffentlichte.

Was die Politik zur Anerkennung sagt

Wie bereits erwähnt, hat sich die aktuelle Bundesregierung auf eine Anerkennung festgelegt. Im Koalitionsvertrag heißt es dazu: “Da E-Sport wichtige Fähigkeiten schult, die nicht nur in der digitalen Welt von Bedeutung sind, Training und Sportstrukturen erfordert, werden wir E-Sport künftig vollständig als eigene Sportart mit Vereins- und Verbandsrecht anerkennen und bei der Schaffung einer olympischen Perspektive unterstützen.” (Link zum Koalitionsvertrag der Bundesregierung)

Die Regierung kann dabei grundsätzlich auch auf Unterstützung aus der Opposition hoffen. So hat sich die FDP im Vorfeld der Bundestagswahl für eine Anerkennung starkgemacht und die Linkspartei möchte generell Computerspiele in ihrem Ansehen stärken. Bei den Grünen gibt es ebenfalls viele Unterstützer, wobei im Bundestagswahlkampf explizit noch von einer “Prüfung” die Rede war. Von der AfD gibt es keine offiziellen Aussagen.

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Wo die eSportler noch lernen können

Dabei gibt es aber sowohl aus der Wissenschaft wie aus anderen Bereichen der Gesellschaft durchaus berechtigte Kritik. Insbesondere beim Thema Training haben die Spieler noch reichlich Nachholbedarf. Häufig wird dazu nämlich 10 Stunden oder sogar länger das favorisierte Spiel absolviert.

Eine solche Dauer ist aber häufig nicht nötig. Unter anderem nimmt die Konzentrations- und Aufnahmefähigkeit ab, sodass das Training dann keine positiven Auswirkungen mehr hat. Wichtig sind deshalb regelmäßige Pausen, die beispielsweise mit anderen Aktivitäten ausgefüllt werden können. Um gezielt bestimmte geistige und körperliche Fähigkeiten zu verbessern, lassen sich ebenso andere Tätigkeiten einsetzen. Computerspielen und eSport sind zudem deutlich zu trennen. Denn gute eSportler sind ebenso bei anderen sportlichen Aktivitäten dabei und körperlich äußerst fit, um ihre Leistung zu steigern.

Wie es mit dem elektronischen Sport weiter geht?

Einiges spricht dafür, dass wir bald einen neuen anerkannten Sport in Deutschland haben. Neben der breiten Unterstützung aus der Politik gibt es bei einigen Profi-Fußballvereinen, beispielsweise beim 1. FC Nürnberg, FC Schalke 04, VfB Stuttgart und VfL Wolfsburg, eigene Abteilungen. Doch die Sportverbände selber, sowohl der DOSB wie der DFB, geben sich nachwievor kritisch.

Wie ist Deine Meinung zu diesem Thema? Bist Du dafür, dass eSport anerkannt und beim DOSB aufgenommen wird? Glaubst Du, dass es noch nicht so weit ist und noch Dinge verändert werden müssen? Oder glaubst Du, dass es niemals ein gleichberechtigter Sport sein wird? Hinterlasse uns dazu einfach Deinen Kommentar unter diesem Beitrag und schau, was andere User meinen!

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